Biberpopulation


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Revierkampf mit einem Eindringling

Neue Reviere werden von Jungtieren erschlossen welche sich auf die Suche nach einem eigenen Revier machen müssen. Häufig folgen die Jungtiere dabei bei Fließgewässern flussaufwärts in der Hoffnung noch ein freies Revier zu finden. Wie schon erwähnt überleben dies viele Jungtiere nicht. Das hängt u.a. davon ab, wie groß der Populationsdruck in dem Gebiet durch andere Biber ist. Bei der Suche  nach einem eigenen Revier werden Entfernungen von wenigen Kilometern bis normalerweise 10-20km, maximal jedoch 40-50km zurückgelegt, können also weit vom elterlichen Revier entfernt sein. Aus den USA sind Wanderungen von bis zu knapp 400km bekannt. Weitere Wanderungen über Land werden normalerweise vermieden.

 

D.h. sind dort schon alle Habitate durch Biber erschlossen, stehen die Überlebenschancen natürlich deutlich schlechter als wenn dort wenige Biber in der Nachbarschaft leben. 

 

Ein hoher Populationsdruck hat auch noch gravierende Auswirkungen auf die Reproduktionsrate der Biberweibchen. Evtl. ständige Revierverletzungen durch fremde Biber führen zu einer permanenten Stresssituation welche zur Folge hat, dass die Weibchen deutlich weniger  oder sogar überhaupt keine Jungtiere zu Welt bringen, sinkt der Revierdruck wieder, steigt die Reproduktionsrate wieder an. Frei werdende Reviere werden schnell wieder besetzt.

 

Die Population wird durch die Qualität und Anzahl der verfügbaren Reviere, die Nahrungsvorkommen sowie die Zu- und Abgänge (Wanderungen, Geburten und Todesfälle) geregelt und pendelt sich dann auf einem konstanten Niveau, unterhalb des eines Populationsmaximums ein. Die Population regelt sich also ganz von alleine und benötigt hierzu keine großen Raubtiere wie Wolf, Bär oder Luchs wie das oft irrtümlich angenommen und behauptet wird.

 

DENN WIE GESAGT, DER GRÖSSTE FEIND DES BIBERS IST DER BIBER SELBST!